Infos und Tipps zu Henna

Die wichtigsten Infos und Tipps zu Henna 

Die meisten dürften schon von Henna gehört haben, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Färben und der Pflege von Haaren oder auch mit Körperbemalungen als beliebtes Mitbringsel aus dem Urlaub.

Was sich nun aber genau hinter Henna verbirgt und wie es verwendet werden kann, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zu Henna:   

Was ist Henna?

Henna ist ein reines Naturprodukt, das aus einem Weiderichgewächs namens Lawsonia inermis gewonnen wird. Die Stängel und Blätter werden zerkleinert und anschließend als Pulver weiterverarbeitet. Das Zerkleinern muss dabei übrigens im Schatten stattfinden, denn der charakteristische rote Farbstoff würde durch die Sonne zerstört werden.

Das Hennapulver wird unterschiedlichen Produkten beigemischt oder mit Wasser verrührt und als Pflege- oder Färbemittel für die Haut oder die Haare verwendet. Wo der Strauch ursprünglich beheimatet war, ist nicht bekannt, heute ist er vor allem in Asien und in Afrika verbreitet. Im Grunde genommen kann der Strauch aber überall dort kultiviert werden, wo es warm ist und er einen trockenen oder leicht feuchten Boden ohne Staunässe vorfindet.

In Indien und im Orient haben viele Familien ihren eigenen Strauch im Innenhof, denn hier haben Bemalungen mit Henna eine lange Tradition. Echtes Henna sorgt für eine rote bis tiefrotbraune Färbung. Im Handel gibt es zwar auch farbloses, braunes und schwarzes Hennapulver, allerdings ist dies dann kein reines Hennapulver mehr, sondern hier wurden weitere Stoffe hinzugefügt. 

Die Haare mit Henna färben

Mit Henna lassen sich die Haare auf natürliche Weise färben. Das Farbergebnis hängt dabei davon ab, welche Ausgangsfarbe die Haare haben, wie intensiv das Hennapulver ist und wie lange es einwirkt. Echtes, reines Henna sorgt für einen roten bis rotbraunen Farbton, in indischen oder orientalischen Geschäften werden aber auch andere Farbnuancen angeboten.

Generell sorgt Henna nicht nur für einen schönen Farbton, sondern verleiht den Haaren auch viel Glanz und Volumen. Zum Färben wird das Hennapulver mit heißem Wasser vermischt, bis eine breiartige Masse entsteht, und die Mischung anschließend auf die Haare aufgetragen. Am besten wird der Kopf dann mit Alu- oder Frischhaltefolie umwickelt. Der Hennabrei sollte mindestens eine bis zwei Stunden lang einwirken können, für ein besonders intensives Ergebnis kann der Brei aber auch eine ganze Nacht lang aufgetragen bleiben.

Anschließend wird die Mischung sorgfältig und vollständig ausgewaschen. Der Farbton verändert und intensiviert sich, je häufiger die Haare gefärbt werden. Während anfangs oft nur rötliche Reflexe zu sehen sind, geht die Farbe allmählich in ein warmes Rotbraun über.   

Die Haare mit Henna pflegen

Neben dem eigentlichen Hennapulver gibt es mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte, die Henna enthalten. Hierzu gehören Shampoos, Kuren und Masken, aber auch Stylingprodukte wie Haarschaum, Haarspray oder Haarwachs. Gemeinsam ist allen Pflegeprodukten mit Henna, dass sie dem Haar Glanz verleihen und es geschmeidig machen.

Zudem sorgen sie für mehr Volumen und machen strapaziertes und sprödes Haar leichter kämmbar. In vielen Fällen ist den Pflegeprodukten dabei nur farbloses Henna beigefügt, so dass die Haarfarbe nicht verändert wird. Dennoch sollte die Verpackung genau betrachtet werden, denn wenn natürliches Henna verarbeitet wurde, sorgen die Pflegeprodukte für rötliche Reflexe.

Wer seine Haare pflegen und gleichzeitig tönen möchte, findet mittlerweile aber auch Pflegeprodukte mit Henna in unterschiedlichen Farbnuancen. 

Henna-Tattoos

Henna-Tattoos haben sich vor allem in den letzten Jahren zu einem Modetrend entwickelt, den viele aus dem Urlaub kennen. In Wirklichkeit haben die Bemalungen mit Henna aber eine schon sehr lange Tradition und sind eng mit religiösen und feierlichen Ritualen verbunden. In Indien beispielsweise gibt es im Zusammenhang mit Hochzeiten die sogenannte Henna-Nacht. Hierbei wird die Braut zuerst gebadet und anschließend in einer feierlichen Zeremonie mit Henna bemalt.

Meist werden dabei die Handflächen und die Füße mit kunstvollen Ornamenten, Tieren oder Gesichtern verziert, teilweise wird aber auch der ganze Körper bemalt. Die Bemalungen sollen der Braut Glück bringen. Im Islam hingegen bestehen die Bemalungen in erster Linie aus geometrischen Mustern oder großflächigen Blumen. Für die Henna-Tattoos wird traditionell reines Hennapulver verwendet, das rote bis rotbraune Verzierungen hinterlässt. In Urlaubsregionen hingegen werden die Henna-Tattoos vielfach mit schwarzem Hennapulver angefertigt.

Das schwarze Hennapulver ist im Sudan übrigens Männern vorbehalten. Wer gerne ein Henna-Tattoo hätte, muss nicht bis zum nächsten Urlaub warten, sondern kann sich die Verzierung auch selbst aufmalen. Dazu wird etwas Henna-Pulver mit Wasser zu einem Brei vermischt und mithilfe von einem feinen Pinsel oder einer Spritztüte aufgetragen. Um den Farbton zu verändern, kann dem Brei Zitronensaft, Kaffee, Tee oder etwas Eukalyptusöl hinzugefügt werden. Im Handel gibt es mittlerweile aber auch Tattoo-Sets, die neben dem Pulver und einem Werkzeug für das Auftragen auch unterschiedliche Schablonen und Vorlagen enthalten.

Der aufgetragene Farbbrei muss dann mehrere Stunden lang trocknen. Während dieser Zeit entwickelt das Hennapulver seine Farbintensität und färbt die obere Hautschicht. Im Laufe der Zeit verblasst die Bemalung, nach einigen Wochen ist sie vollständig verschwunden.   

Die Nebenwirkungen von Henna

Auch wenn Henna ein Naturprodukt ist, kann es allergische Reaktionen hervorrufen. Dies gilt vor allem für schwarzes Hennapulver, das teilweise das Pigment Para-Phenylendiamin, kurz PPD, enthält. Dieses Pigment kann zu Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder schmerzhaften Quaddeln führen, bei sehr empfindlichen Menschen können sogar Narben zurückbleiben.

Generell gilt daher, dass zum einen darauf geachtet werden sollte, dass das Hennapulver kein PPD enthält. Zum anderen sollte vor einer Anwendung, wie bei allen anderen Färbemitteln auch, ein Verträglichkeitstest durchgeführt werden.

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