8 Irrtümer rund um die Hautpflege

8 Irrtümer rund um die Hautpflege

Die Haut ist unser größtes Organ. Einige Hautpartien sind immer zu sehen und müssen mit allerlei äußeren Einflüssen zurechtkommen. Andere Hautstellen sind durch die Haare oder die Kleidung abgedeckt.

Um der Haut gerecht zu werden, kommen die verschiedensten Reinigungs- und Pflegeprodukte zum Einsatz. Die Palette reicht von der simplen Seife über Cremes und Lotionen bis hin zu Spezialprodukten für eine porentiefe Reinigung oder eine besondere Versorgung mit Nährstoffen. Gleichzeitig ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden darum, was der Haut gut tut und was ihr schadet.

Die folgende Übersicht nennt acht Irrtümer
rund um die Hautpflege – und stellt sie richtig!:

 

  1. Irrtum: Tägliches Duschen ist Pflicht.

Wer viel schwitzt oder mit Schmutz in Kontakt kommt, gehört tatsächlich unter die Dusche. Denn zum einen können die Ablagerungen die Hautporen zusetzen und so zu Pickeln, Mitessern und Entzündungen führen. Zum anderen wirkt es unhygienisch und ungepflegt, wenn jemand verschwitzt und schmutzig daherkommt.

Wenn jemand aber kaum schwitzt und nicht mit Schmutz in Berührung kommt, reicht eine Dusche alle zwei bis drei Tage völlig aus. Dazwischen genügt die berühmte Katzenwäsche mit einem Waschlappen.

 

  1. Irrtum: Durch häufiges Duschen trocknet die Haut aus.

Die Haut ist von einer schützenden Fettschicht umgeben. Wenn jemand ständig, lange und heiß duscht, kann der Schutzmantel tatsächlich Schaden nehmen. Deshalb gilt, dass nur mit mäßig warmem Wasser und eher kurz geduscht werden sollte.

Zwei, drei Minuten reichen aus. Zudem sollten beim Duschen am besten pH-neutrale Produkte verwendet und die Haut nach der Dusche mit einer rückfettenden Lotion eingecremt werden. Werden diese Ratschläge befolgt, führt selbst häufiges Duschen nicht zu einer trockenen Haut.

 

  1. Irrtum: Beim Waschen gilt: Je mehr Seife, desto besser.

Um Bakterien, Keime und andere Krankheitserreger zuverlässig zu beseitigen und auf diese Weise Infektionen vorzubeugen, ist Seife beim Händewaschen ein Muss. Beim Duschen hingegen ist es überflüssig und für die Haut auch nicht besonders gut, sich von oben bis unten ordentlich einzuseifen. Ganz im Gegenteil gilt hier eher das Motto, dass weniger mehr ist.

Es genügt also, nur die kritischen Stellen wie die Achselhöhlen, den Schambereich oder die Zehenzwischenräume mit Seife zu reinigen. Ansonsten genügt Wasser. Doch auch beim Händewaschen muss es keine Riesenportion Seife sein.

Es reicht, wenn die Hände überall und gleichmäßig, aber mit nur wenig Seife gewaschen werden. Damit der Schutzmantel der Haut nicht leidet, empfiehlt sich eine pH-neutrale Seife. Und: Seife am Stück lässt sich besser dosieren, während Flüssigseife dazu verleitet, zuviel zu nehmen.

 

  1. Irrtum: Eine regelmäßige Reinigung der Hautporen ist wichtig.

Vor allem Frauen gehen regelmäßig zur Kosmetikerin und lassen sich dort die Poren reinigen. Für die porentiefe Reinigung der Haut kommen entweder spezielle Geräte oder Produkte mit Alkohol zum Einsatz.

Daneben sind auch in der Drogerie diverse Reinigungsmittel erhältlich, die eine porentiefe Reinigung versprechen. Wirklich notwendig ist eine solche Porenreinigung aber nicht. Über die Hautporen findet die Versorgung mit Talg statt und Talg ist für ein intaktes Hautsystem wichtig.

Eine gezielte Reinigung der Hautporen ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn jemand unter Akne oder anderen Hauterkrankungen leidet, die dazu führen, dass sich Hornpfropfen bilden, die die Poren verstopfen.

 

  1. Irrtum: Antifaltencremes sorgen für eine glatte Haut.

Es gibt Laboruntersuchungen, die bestätigten, dass Cremes mit bestimmten Inhaltsstoffen kleine Fältchen leicht glätten. Allerdings sind diese Effekte so minimal, dass sie mit bloßem Auge in aller Regel nicht zu erkennen sind.

Stattdessen werden die Wirkungen nur unter dem Mikroskop sichtbar. Tiefe Falten können Antifaltencremes nicht beheben, denn dazu müssten die Cremes die Hautbarriere passieren. Das ist aber nicht der Fall.

 

  1. Irrtum: Lippenpflegestifte können abhängig machen.

Wird ein Lippenpflegestift verwendet, der Mineralöle enthält, kann folgendes passieren: Die Mineralöle legen sich als Film auf die Haut und versiegeln sie. Die Haut beginnt zu schwitzen, aber weil sie durch den Mineralölfilm verschlossen ist, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen.

Das Wasser staut sich und weicht die Lippen auf. In der Folge werden die Lippen rissig. Also wird immer wieder Lippenpflege nachgelegt, um die Lippen weich und geschmeidig zu machen. Um diesen Effekt zu vermeiden, ist es besser, Lippenpflegestifte auf Basis von natürlichen Fetten wie Bienenwachs, Sheabutter oder Wollwachs zu verwenden.

Aber auch diese Stifte sollten nicht permanent benutzt werden, sondern nur dann, wenn Bedarf besteht, die Lippen also tatsächlich trocken und spröde sind. Und: Wer ständig trockene Lippen hat, sollte beim Arzt abklären lassen, ob nicht vielleicht ein Mangel an Zink, Eisen oder Vitamin B12 vorliegt.

 

  1. Irrtum: Werden die Haare täglich gewaschen, werden sie schneller fettig.

Beim Waschen der Haare wird das Shampoo auf der Kopfhaut und in den Haaren verteilt. Die Talgdrüsen, die für die fettigen Haare verantwortlich sind, liegen aber unter der Kopfhaut.

Und hier kommt das Shampoo nicht hin. Deshalb gibt es keinen Gewöhnungseffekt, der dazu führt, dass die Talgdrüsen mehr produzieren und die Haare bei einer täglichen Wäsche schneller fettig werden.

 

  1. Irrtum: Rasieren lässt die Haare schneller wachsen.

Beim Rasieren werden die Haare direkt an der Hautoberfläche gekappt. Wenn die Haare nachwachsen, sind sie deshalb nicht mehr spitz, sondern haben eine gerade Kante. Dadurch fühlen sich die Haare dicker an. Auf das Tempo, wie schnell oder dicht die Haare nachwachsen, hat das Rasieren aber keinerlei Einfluss.

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Veröffentlicht von

Redakteure

Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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