Infos, Hinweise und Tipps zu Urea, 1. Teil

Infos, Hinweise und Tipps zu Urea, 1. Teil

Sowohl in der Dermatologie als auch in der Kosmetikindustrie gehört Urea zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen. Kein Wunder, denn als natürlicher Bestandteil der Haut ist die Verträglichkeit sehr gut. Gleichzeitig reguliert Urea den Feuchtigkeitsgehalt, was vor allem trockener Haut zugutekommt. Doch was genau ist Urea eigentlich? Wie wirkt sie? Worauf gilt es beim Kauf von Pflegeprodukten zu achten? Und lässt sich Kosmetik mit Urea auch selbst herstellen?

Anzeige

Infos, Hinweise und Tipps zu Urea, 1. Teil

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos, Hinweise und Tipps zu Urea zusammengestellt!:

Was ist Urea?

Urea ist die lateinische und auch englische Bezeichnung für Harnstoff. Sie wird in Cremes, Körperlotionen, Peelings, Shampoos und vielen anderen Hautpflegeprodukten in erster Linie als Feuchtigkeitsregulator eingesetzt.

Denn auch wenn Harnstoff im ersten Moment vielleicht nicht besonders appetitlich klingt, so ist Harnstoff ein natürlicher Bestandteil der Haut. Risiken und Nebenwirkungen sind deshalb nicht zu erwarten.

Im Prinzip ist Harnstoff ein Abfallprodukt. Er entsteht am Ende eines Stoffwechsels von Eiweiß und wird hauptsächlich über den Urin und den Schweiß ausgeschieden. Weil Harnstoff sehr viel Fett enthält, sorgt er unter anderem dafür, dass die Haut nicht austrocknet.

Allerdings kann der Körper manchmal selbst nicht genug Harnstoff produzieren. In diesem Fall kann es durchaus sinnvoll sein, der Haut äußerlich Feuchtigkeit zuzuführen, so zum Beispiel in Form einer Creme, die Urea enthält.

Gut zu wissen

Schon der Name Urea deutet auf eine mögliche Verbindung zu Urin hin. Heutzutage wird der Wirkstoff aber ausschließlich synthetisch hergestellt. Echter Urin ist nicht mehr enthalten.

Doch das war nicht immer so. Als der Harnstoff seinerzeit entdeckt wurde, wurde er überwiegend aus dem Urin von Pferden gewonnen. Allerdings ist das schon sehr lange her. Inzwischen basiert die Herstellung auf einem chemischen Prozess.

Dafür werden Ammoniak und Kohlendioxid, die beiden Hauptbestandteile von Harnstoff, unter hohen Temperaturen und mit viel Druck verbunden. Auf diese Weise entsteht synthetische Urea.

Wie wirkt Urea?

Es gibt mehrere Gründe, die Urea zu einem beliebten Wirkstoff in Pflege- und Kosmetikprodukten machen. Besonders interessant ist, dass Harnstoff einen zu hohen Feuchtigkeitsverlust der Haut ausgleichen kann.

Trockene Haut wird oft von einer verminderten Konzentration an Harnstoff verursacht. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt ist, dass es sich bei Urea um einen natürlichen Stoff handelt.

Allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen sind deshalb nicht zu befürchten.

Urea bei sehr trockener Haut

Der entscheidende Nutzen von Harnstoff in Kosmetika ist seine Fähigkeit, Wasser zu binden. Deshalb profitiert vor allem trockene Haut von dem Wirkstoff. Um die Feuchtigkeit der Haut zu regulieren und optimal zu unterstützen, reicht es bereits aus, wenn das Pflegeprodukt eine Harnstoff-Konzentration zwischen drei und fünf Prozent hat.

Urea unterstützt nicht nur die Regulierung der äußeren Feuchtigkeitsbarriere. Stattdessen kurbelt der Wirkstoff auch die Befeuchtung von innen heraus an.

Denn Harnstoff bewirkt, dass sich die Zellen besser miteinander verbinden und dadurch dem Schutz der Haut effektiver nachkommen können. Urea versorgt trockene Haut somit äußerlich und innerlich mit reichlich Feuchtigkeit.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Wirkstoff sehr schnell einzieht. Außerdem lassen sich Verbesserungen des Hautzustands schon nach kurzer Zeit erzielen.

Trotzdem eignen sich Produkte mit Urea hervorragend für eine dauerhafte Anwendung. Denn langfristig stellt Urea ein natürliches Gleichgewicht bei der Feuchtigkeitsversorgung her.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Content-Ideen für Kosmetikstudios - Social Media und Homepage

Urea bei vorzeitiger Hautalterung und Neurodermitis

Trockene Haut kann verschiedene Ursachen und unterschiedliche Folgen haben. So kann sie schon in jungen Jahren auftreten. Vor allem im Winter macht die Kälte draußen und die trockene Heizungsluft drinnen so mancher Haut schwer zu schaffen.

Mit zunehmendem Alter geht die Produktion wichtiger Stoffe zurück. Dadurch wird die Haut immer schlechter mit genug Feuchtigkeit bis in die äußeren Hautschichten versorgt.

Auch bei Personen, die Neurodermitis haben, herrscht ein Ungleichgewicht im Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Verglichen mit junger und gesunder Haut, kann der Gehalt an Harnstoff in der Haut im Alter um bis zur Hälfte abnehmen.

Studien haben gezeigt, dass der transepidermale Wasserverlust nachweislich reduziert werden kann, wenn regelmäßig Feuchtigkeitscremes mit Harnstoff aufgetragen werden. Für die Untersuchungen wurden Cremes mit einem Harnstoff-Gehalt zwischen fünf und zehn Prozent eingesetzt.

Die Feuchtigkeitsspende beugt einer vorzeitigen Hautalterung vor, die auf Trockenheit zurückgeht.

Außerdem kann Urea die Hautoberfläche leicht glätten. Fältchen wirken dadurch weniger tief. Vor schädlichen Einflüssen und Stoffen ist die Haut ebenfalls besser geschützt.

Weitere Wirkungen von Urea

Die wesentliche Funktion von Harnstoff besteht zwar darin, die Hautfeuchtigkeit zu regulieren. Zusätzlich dazu wirkt Urea aber auch antimikrobiell, keratolytisch und lindert Juckreiz.

Diese Effekte treten auf, wenn ein Pflegeprodukt eine Harnstoff-Konzentration ab 15 Prozent hat. Damit können auch Personen von Pflegeprodukten mit Urea profitieren, die an Schuppenflechten leiden oder mit einer trocknen und juckenden Kopfhaut zu kämpfen haben.

Durch die keratolytischen Eigenschaften können abgestorbene Hautzellen besser von der äußersten Hautschicht gelöst werden. Das beugt unter anderem einer unebenen Gesichtshaut vor und lindert den Juckreiz.

Dabei löst Urea das Keratin auf, das die Schuppen der Hautzellen ähnlich wie ein Klebstoff verbindet und zusammenhält. Aus diesem Grund wird Urea übrigens auch eingesetzt, um Nagelpilz zu behandeln.

Allerdings ist dafür ein Harnstoff-Gehalt von mindestens 40 Prozent notwendig.

Im 2. Teil geben wir Tipps zum Kauf von Pflegeprodukten mit Urea und zeigen, wie sich eine Creme selbst herstellen lässt.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Anzeige

Thema: Infos, Hinweise und Tipps zu Urea, 1. Teil

Autoren Profil:
FB/Twitter

Veröffentlicht von

Autoren Profil:

Sabine Scheuerhagen, - Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, - Drogistin, Laura Bochte, - Beauty- und Wellnessfachkraft, Youtuberin Sevilart - Anteil Kosmetikvideos, Christian & Ferya Gülcan, Kosmetik Hersteller & Vetrieb - Koozal Naturkosmetik, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Körperpflege, Gesundheitsthemen und Wellness.

Kommentar verfassen