Ringelblumensalbe selber machen – Infos und Rezepte

Ringelblumensalbe selber machen – Infos und Rezepte

Ringelblumesalbe ist in Apotheken, in Drogerien und oft auch in Reformhäusern erhältlich. Doch das altbewährte Hausmittel lässt sich auch ganz einfach selbst herstellen.

Hier sind Infos und Rezepte dazu!

Ringelblumensalbe

Ob Ausschläge, Flechten, Fußpilz, wunde Hände und Füße, Krampfadern, Geschwüre, Warzen, Verletzungen oder verschiedene andere Hautkrankheiten: Ringelblumensalbe ist ein traditionelles Hausmittel, das die Beschwerden lindert und die Heilung fördert.

Daneben ist die Salbe ein prima Mittel, um die Haut geschmeidig zu halten und Hornhaut vorzubeugen. Als Winterschutz für die Haut ist die Salbe ebenfalls geeignet, auch für Kinder.

Hierzulande wächst die Ringelblume, die botanisch Calendula offcinalis heißt, sowohl in Gärten und auf Balkonen als auch wild in der Natur. Der bis zu 40 cm hohe Stängel ist verzweigt und von länglichen Blättern umgeben. Die Farbpalette der 3 bis 7 cm großen Blüten reicht von einem hellen Gelb bis zu einem kräftigen Orange.

Wer gerne zu natürlichen Pflegeprodukten und Heilmitteln greift, kann Ringelblumensalbe natürlich fertig kaufen. Aber genauso ist es möglich, seine eigene Salbe anzufertigen. Und das ist längst nicht so aufwändig, wie oft gedacht.

Wir erklären, wie es geht – und stellen
dabei gleich mehrere Varianten vor:

 

Ringelblumensalbe selber machen: die Blüten ernten und waschen

Für die selbstgemachte Ringelblumensalbe werden die Blüten der Blume benötigt. Optimal ist, wenn die Blüten vormittags und bei Sonnenschein gepflückt werden können. Denn bei höchstem Blütenstand ist auch die Konzentration der wirksamen Öle besonders hoch.

Die geernteten Blüten sollten vor der Verarbeitung gewaschen werden. Das klappt am besten, wenn die Blüten in ein Sieb gegeben und behutsam unter fließendem Wasser abgespült werden. Ebenso ist möglich, die Blüten einfach in kaltem Wasser einzuweichen.

Nach dem Waschen müssen die Blüten wieder entwässert werden. Denn zum einen würde die Salbe sonst zu sehr verwässern und zum anderen vertragen sich warmes Fett und Wasser nicht sonderlich gut. Um das Wasser zu entfernen, können die Blüten im Sieb trockengeschüttelt werden. Möglich ist auch, die Blüten auf Küchenpapier zu geben und damit trocken zu tupfen. Wer eine Salatschleuder hat, kann diese ebenfalls verwenden.

Übrigens: Wer keine Ringelblumen im Garten hat und in der näheren Umgebung keine wild wachsenden Blumen findet, kann in der Apotheke oder im Bio-Laden nach frischen Blüten fragen. Sie sind zwar nicht immer vorrätig, können aber meist besorgt werden.

 

  1. Rezept: Ringelblumensalbe mit Öl und Wachs oder Kokosfett

Ringelblumensalbe kann auf Basis von Olivenöl und Bienenwachs oder Kokosfett hergestellt werden. Als Zutaten werden dafür benötigt:

  • eine gute Hand voll Ringelblumenblüten
  • 150 ml Olivenöl und 30 g Bienenwachs oder 150 g Kokosfett
  • verschließbare Dose
  • Topf, Rührwerkzeug und engmaschiges Sieb

Für die Salbe auf Olivenölbasis werden 150 ml Öl in einen Topf gegeben. Dann wird das Öl bei sanfter Hitze erwärmt. Das Öl sollte warm, aber auf keinen Fall heiß sein. Denn sonst würden die Blüten in dem Öl braten und die wertvollen Inhaltsstoffe wären dahin. In das warme Öl wird nun das Bienenwachs gegeben und unter Rühren geschmolzen, bis es sich aufgelöst und mit dem Öl vermischt hat.

Wird die Salbe aus Kokosfett hergestellt, werden 150 g Kokosfett in einen Topf gegeben und bei milder Hitze geschmolzen. Die richtige Temperatur ist erreicht, wenn das Kokosfett flüssig und klar ist.

Ab jetzt ist die weitere Vorgehensweise gleich. In das warme Öl oder das flüssige Kokosfett werden die Ringelblumenblüten gegeben. Anschließend muss bei sanfter Hitze solange weitergerührt werden, bis die Blüten ihre wertvollen Inhaltsstoffe und Öle abgegeben haben. Zu erkennen ist das zum einen am Geruch und zum anderen daran, dass sich das Öl oder Fett gelborange verfärbt. Das ist nach ungefähr 15 Minuten der Fall.

Tipp: Wer möchte, kann die Blüten ein wenig zerrupfen oder kleinschneiden. Die zerkleinerten Blüten geben ihre Essenzen schneller ab.

Wenn das Olivenöl oder Kokosfett eine gelborange Farbe angenommen hat und nach Ringelblumen riecht, wird die noch warme Mischung durch ein Sieb gefiltert und in eine verschließbare Dose eingefüllt.

Damit ist die Ringelblumesalbe auch schon fertig. Sie muss jetzt nur noch abkühlen und fest werden. Verschlossen und im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie mehrere Monate lang.

 

  1. Rezept: Ringelblumensalbe mit Schweineschmalz

Auch Schweineschmalz kann die Grundlage für eine Ringelblumensalbe sein. Der Vorteil von dieser Salbe ist, dass sie besonders gut in die Haut einzieht. Außerdem werden gerade einmal zwei Zutaten benötigt, nämlich

  • 3 Hände voll Ringelblumenblüten und
  • 250 g Schweineschmalz.

Das Schweineschmalz wird auf etwa 80 Grad erhitzt. Es soll schmelzen, darf aber auf keinen Fall zu heiß sein oder dunkel werden. In das Schweineschmalz werden dann die Ringelblumenblüten gegeben. Unter Rühren wird die Mischung gute fünf Minuten lang weiter erwärmt. Anschließend wird der Topf mit dem Deckel zugedeckt und für 24 Stunden zur Seite gestellt.

Ist die Salbe durchgezogen, wird das Schmalz noch einmal leicht erwärmt, bis es so flüssig ist, dass es durch ein Sieb geschüttet werden kann. Anschließend kann die Salbe in eine Dose umgefüllt werden. Fertig!

Tipp: Am Boden der Dose bildet sich häufig eine Art Saft. Ratsam ist deshalb, mit einem Löffelstiel oder einem ähnlichen Hilfsmittel ein Loch in die Salbe zu bohren, Über dieses Loch kann der Saft abgeschüttet werden. Die Salbe bleibt dadurch weit über ein Jahr haltbar.

 

  1. Rezept: Ringelblumensalbe mit Lanolin

Dieses Rezept ist etwas aufwändiger und erfordert mehr Vorbereitungszeit. Dafür ist die Salbe aber sehr ergiebig, denn das Lanolin macht sie fettig. Gleichzeitig eignet sie sich sehr gut, um Schrunden zu behandeln und Hornhaut oder trockenen Hautstellen vorzubeugen. Die Zutatenliste für diese Ringelblumensalbe lautet:

  • Ringelblumenblüten
  • 150 ml Olivenöl
  • 110 g Lanolin
  • 20 g Alkohol mit 45%
  • 30 g Bienenwachs

Zunächst einmal müssen ein Ringelblumenöl und eine Ringelblumentinktur hergestellt werden. Für das Öl werden gewaschene Ringelblumenblüten in ein Gefäß gegeben und mit 150 ml Olivenöl übergossen. Dabei sollten so viele Blüten verwendet werden, dass sie gerade mit dem Öl bedeckt sind.

Das Gefäß wird anschließend für sechs Wochen an einen sonnigen Platz gestellt. Für die Tinktur werden Ringelblumenblüten in ein Gefäß gefüllt und mit 45%-igem Alkohol übergossen. Die Tinktur sollte ebenfalls sechs Wochen lang ziehen, allerdings sollte das Gefäß dunkel stehen.

Um die Salbe herzustellen, wird das Lanolin in einen Topf gegeben und bei milder Hitze geschmolzen. Zwischendurch können das Ringelblumenöl und die Ringelblumentinktur durch ein Sieb gefiltert werden. In das warme (nicht heiße!) Lanolin wird nun zuerst das Ringelblumenöl gegeben. Anschließend wird das Bienenwachs hinzugefügt und unter Rühren geschmolzen. Danach wird noch eine gute Hand voll Ringelblumenblüten eingerührt. Diese Mischung wird nun bei leichter Hitze und unter Rühren etwa 15 Minuten lang weiter erwärmt.

Die warme, flüssige Mischung wird jetzt durch ein engmaschiges Sieb gefiltert. Ganz zum Schluss wird die Tinktur eingerührt. Dann kann die Salbe in eine Dose eingefüllt werden.

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Redakteure

Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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