Zahn ausgeschlagen: die wichtigsten Tipps zum richtigen Verhalten

Zahn ausgeschlagen: die wichtigsten Tipps zum richtigen Verhalten

In gut acht von zehn Fällen kann ein ausgeschlagener Zahn wieder eingesetzt werden. Sofern sich der Betroffene nach dem Zahnunfall richtig verhält.

Wir erklären, was zu tun ist:

Ein strahlendes Lächeln rundet ein gepflegtes Erscheinungsbild erst so richtig ab. Zu einem strahlenden Lächeln wiederum gehören nicht nur weiße und gerade Zähne, sondern auch ein vollständiges Gebiss.

Nun ist ein Zahnunfall aber schnell passiert. Schon ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kann genügen und nach einem blöden Sturz und einer noch unglücklicheren Landung ist ein Stück Zahn abgebrochen oder der Zahn sogar gleich ganz ausgeschlagen. Wenn ein solcher Zahnunfall passiert, sind zu allem Überfluss meist auch noch die oberen Schneidezähne betroffen. Mit dem strahlenden Lächeln ist es also erst einmal vorbei.

Doch die gute Nachricht lautet: In 80 bis 90 Prozent aller Fälle kann ein ausgeschlagener Zahn nach einem Zahnunfall noch gerettet werden. Voraussetzung ist aber, dass der Zahn in der Zeit, bis sich der Zahnarzt an die Arbeit machen kann, richtig aufbewahrt wird.

 

Zahn ausgeschlagen – die 6 wichtigsten Tipps zum richtigen Verhalten

Wenn ein Zahn einem Sturz oder einer ungeschickten Handbewegung zum Opfer fällt, ist der Schreck im ersten Moment groß. Doch damit der Schaden nicht noch größer wird, ist die richtige Reaktion entscheidend. Die wichtigsten Maßnahmen bei einem Zahnunfall sind folgende:

  1. Lose Zahnteile oder Zähne aus dem Mund entfernen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie versehentlich verschluckt werden. Außerdem können Bakterien Entzündungen hervorrufen. Sind die Zähnstücke beim Unfall aus dem Mund gefallen, sollten sie natürlich gesucht werden.
  2. Die Zähne oder Zahnstücke dürfen immer nur an der Krone angefasst werden. Niemals an der sehr empfindlichen Zahnwurzel.
  3. Die Zahnteile nicht säubern, anhaftenden Schmutz nicht entfernen und die Zahnstücke auch nicht desinfizieren. Das macht später der Zahnarzt.
  4. Ausgeschlagene Zähne trocknen innerhalb weniger Minuten aus. Gleichzeitig sterben die Zellen an der Zahnwurzeloberfläche nach und nach ab. Ein Einheilen des Zahns ist dann nicht mehr möglich. Wichtig ist deshalb, den Zahn feucht zu halten. Optimal ist eine Zahnrettungsbox. Ist diese nicht zur Hand, kann der Zahn in kalter H-Milch oder Frischhaltefolie zwischengelagert werden.
  5. Zahnunfälle sehen oft schlimmer aus als sie sind. Denn weil das Gewebe im Mund und im Gesicht gut durchblutet ist, bluten die Verletzungen stark. Schnelle Abhilfe schaffen etwas Mull oder ein sauberes Stück Stoff, auf das der Verletzte drauf beißt.
  6. Der nächste Weg sollte zum Zahnarzt oder in eine Zahnklinik führen.

Wie sollte ein ausgeschlagener Zahn aufbewahrt werden?

Ist ein Stück Zahn abgebrochen, kann der Zahnarzt das Bruchstück mit einem Spezialkunststoff wieder ankleben. Einen ausgeschlagenen Zahn kann der Zahnarzt wieder einsetzen. Damit der Zahn wieder einheilen kann, müssen an der Wurzelhaut aber noch genügend intakte Zellen vorhanden sein. Und genau hier liegt das Problem.

Denn ein Zahn trocknet innerhalb von wenigen Minuten aus und dabei sterben die empfindlichen Zellen allmählich ab. Aus diesem Grund muss der Zahn oder das Zahnstück feucht gehalten werden. Den Zahn in der offenen Hand zu halten oder in ein Taschentuch einzuschlagen, bringt nichts. Auch Wasser oder Alkohol sind keine geeigneten Möglichkeiten.

Besser ist da schon Frischhaltefolie. Eingewickelt in die Plastikfolie, können die empfindlichen Zellen etwa eine halbe Stunde lang überleben. Eine andere Möglichkeit ist, den Zahn in kalte H-Milch einzulegen. Hier bleiben die Zellen bis zu zwei Stunden lang intakt.

Die mit Abstand beste Lösung ist aber eine sogenannte Zahnrettungsbox. Hierbei handelt es sich um ein kleines Gefäß mit einer speziellen Zellnährlösung. Diese Lösung verhindert, dass der Zahn austrocknet und versorgt die Zellen mit Nährstoffen. In der Zahnrettungsbox kann der Zahn 24 bis 48 Stunden lang aufbewahrt werden.

Zahnrettungsboxen sind in Apotheken und teils auch beim Zahnarzt erhältlich. Je nach Hersteller kostet eine Box um die 15 Euro und die Nährlösung ist etwa drei Jahre lang haltbar. Wer Kinder hat, sportlich aktiv ist oder einfach auf der sicheren Seite sein möchte, sollte durchaus darüber nachdenken, eine Rettungsbox in die Hausapotheke aufzunehmen.

Ist nach jedem Zahnunfall ein Zahnarztbesuch notwendig?

Nicht jeder Zahnunfall endet mit einem abgebrochenen oder ausgeschlagenen Zahn. Aber auch wenn alles intakt scheint und kein Blut fließt, können Verletzungen entstanden sein. So ist beispielsweise möglich, dass die Zähne erschüttert oder gelockert sind. Vielleicht hat sich ein Zahn etwas verschoben oder Zahnwurzeln sind gebrochen.

Mit bloßem Auge sind solche Unfallverletzungen oft nicht zu sehen. Deshalb sollte der Zahnarzt grundsätzlich nach jedem Zahnunfall aufgesucht werden. So lassen sich spätere Komplikationen vermeiden. Hat der Zahnunfall eine Fehlstellung einzelner Zähne zur Folge, muss möglicherweise ein Kieferorthopäde ran. Auch in diesem Fall ist der Zahnarzt aber der erste Ansprechpartner.

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Redakteure

Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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