DIY-Kosmetik: Rezept für ein Venengel aus Kastanien

DIY-Kosmetik: Rezept für ein Venengel aus Kastanien

Die kleinen, brauen Kugeln in ihrer grünen, stacheligen Schale sind untrennbar mit dem Herbst verbunden. Doch Kastanien sind nicht nur ein tolles Naturmaterial für Bastelarbeiten und herbstliche Deko. Vielmehr enthalten Rosskastanien wertvolle Inhaltsstoffe, die wir uns in DIY-Kosmetik zunutze machen können.

DIY-Kosmetik Rezept für ein Venengel aus Kastanien

In diesem Beitrag verraten wir ein Rezept für ein Venengel aus Kastanien, das bei schweren und müden Beinen hilft:

Die Inhaltsstoffe der Kastanie

Rosskastanien können sehr vielseitig eingesetzt werden. Anders als Esskastanien oder Maronen sind Rosskastanien für Menschen zwar ungenießbar. Aber sie liefern wertvolle Inhalts- und Pflegestoffe.

Mit Blick auf die Venen spielt vor allem das enthaltene Aescin eine wichtige Rolle. Aescin ist ein Gemisch aus mehreren seifenähnlichen Stoffen, den sogenannten Saponinen. Es wirkt entzündungshemmend, lindert Schwellungen und macht die Venen elastischer.

Ein Venengel aus Kastanien kurbelt den venösen Rückfluss an und sorgt dafür, dass die Gefäße weniger durchlässig sind. Krampfadern werden gerade dadurch begünstigt, dass die Wände der Venen zu viel Flüssigkeit an das Gewebe abgeben. Aescin stärkt die Venenwände und kann so dazu beitragen, Krampfadern vorzubeugen.

Die Zutaten für ein Venengel aus Kastanien

  • Rosskastanien, möglichst frisch

  • Alkohol mit 35 %

  • destilliertes Wasser

  • flüssiges Glycerin

  • Mandel- oder Jojobaöl

  • Lysolecithin

  • transparentes Xanthan

Als weitere Hilfsmittel und Werkzeuge werden außerdem ein verschließbares Gefäß (zum Beispiel eine Flasche oder Einmachglas), eine Flasche aus Braunglas, Tiegel für das fertige Gel, ein Messer, Becher und ein Rührwerkzeug, ein sehr feines Sieb oder ein Kaffeefilter und ein kleiner Stabmixer benötigt.

Für das Gel stellen wir zunächst eine Tinktur auf Basis von Alkohol her. Wer keinen 35%-igen Alkohol zur Hand hat, kann einfach zu einem Korn oder Wodka greifen. Der Alkoholgehalt kann dann zwar etwas höher oder niedriger sein, aber das macht nichts.

Damit sich die Zutaten zu einem Gel verbinden, muss ein sogenannter Gelbildner hinzugefügt werden. Wir verwenden dafür Xanthan. Xanthan ist oft in Naturkosmetik enthalten und ebenso wie Lysolecithin in der Apotheke oder im Fachhandel erhältlich. Lysolecithin dient als Emulgator und bewirkt, dass sich die Zutaten gut miteinander verbinden.

Da das Venengel recht viel Alkohol enthält, könnte es der Haut Feuchtigkeit entziehen. Ein pflegendes Öl und das Glycerin wirken diesem Effekt entgegen. Wer kein Glycerin verarbeiten möchte, kann es aber auch weglassen und dafür den Anteil an Wasser entsprechend erhöhen.

Das Rezept für ein Venengel aus Kastanien

Wie schon erwähnt, setzen wir zunächst eine Tinktur an, um die Inhaltsstoffe aus den Kastanien zu lösen. Die Tinktur bildet anschließend die Basis für ein leichtes Venengel, das schnell einzieht und ein angenehmes Gefühl auf der Haut hinterlässt.

Da die Tinktur ein gutes Jahr haltbar ist, kann davon ruhig eine größere Menge hergestellt werden. Und wer mag, kann zweimal pro Tag etwa zehn Tropfen der Kastanien-Tinktur zusammen mit einem Glas Wasser trinken, um so die Blutgefäße auch von innen heraus zu stärken.

  1. Schritt: die Tinktur ansetzen

Für die Tinktur werden die Kastanien zunächst geschält. Das geht umso besser, je frischer die Kastanien sind. Es macht aber nichts, wenn hier und da kleinere Stückchen der Schale an den Früchten haften bleiben. Die geschälten Kastanien können dann noch grob in Stücke geschnitten und anschließend in ein verschließbares Gefäß gegeben werden.

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Nun wird soviel Alkohol ins Gefäß gegossen, dass die Kastanien komplett damit bedeckt sind. Im gut verschlossenen Gefäß muss die Tinktur etwa zwei bis drei Wochen lang ziehen. Dabei sollte sie an einem warmen Ort, aber nicht direkt in der Sonne stehen.

In der Zeit, in der die Tinktur zieht, sollte sie jeden Tag einmal kräftig durchgeschüttelt werden. Auf diese Weise lösen sich die Stoffe besser und verteilen sich gleichmäßiger. Im Laufe der Zeit wird die Tinktur trüber, verfärbt sich leicht gelblich und sieht von Weitem aus wie Flüssigseife.

Sind die zwei, drei Wochen vorbei, wird die Tinktur durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter geschüttet. Danach kann sie in Flaschen aus Braunglas abgefüllt werden.

  1. Schritt: Tinktur, Glycerin und Xanthan vermischen

Um das Venengel herzustellen, werden die Tinktur, das Glycerin und das Xanthan im Verhältnis 20:10:1 miteinander verrührt. Wer also zum Beispiel 40 g Tinktur nimmt, fügt 20 g Glycerin und 2 g Xanthan hinzu.

Beim Xanthan ist ratsam, es zunächst in wenig Flüssigkeit aufzulösen. Dafür am besten etwas von der Tinktur abnehmen, das Xanthan gut damit vermischen und die Mischung anschließend in die übrige Tinktur und das Glycerin einrühren. Wird das Xanthan direkt in eine größere Menge Flüssigkeit gegeben, neigt es dazu, zu verklumpen.

  1. Schritt: Öl, Lysolecithin und Wasser mischen

In einem zweiten Becher werden nun zuerst das Mandel- oder Jojobaöl und das Lysolecithin im Verhältnis 10:5 miteinander verrührt. Vom obigen Beispiel ausgehend, wären das also 20 g Öl und 10 g Lysolecithin.

Haben sich die beiden Zutaten gut miteinander verbunden, kommen 54 Teile destilliertes Wasser dazu. In unserem Fall somit 108 g. Das Wasser sollte langsam und unter ständigem Rühren untergemischt werden.

  1. Schritt: beide Mischungen zusammenführen

Nun wird ein kleiner Teil des Öl-Wasser-Gemisches in die Tinktur-Mischung gegossen und sorgfältig untergerührt. Danach wird das übrige Öl-Wasser-Gemisch langsam und unter Rühren hinzugefügt. Damit sich das Xanthan gut mit allen Zutaten verbindet, kann die fertige Mischung zum Schluss noch einmal mit einem kleinen Stabmixer aufgerührt werden.

Ist alles vermischt, sollte die Masse zu einem leichten Gel geworden sein. Wer lieber eine festere Konsistenz haben möchte, kann noch ein bisschen Xanthan in wenig Tinktur auflösen und tropfenweise in die Masse einrühren.

Soll das Venengel andersherum flüssiger werden, kann Glycerin oder Wasser hineingegeben werden. Auch hier aber nur mit kleinsten Mengen arbeiten und immer gründlich rühren.

  1. Schritt: das Venengel abfüllen

Das Venengel ist fertig und kann in Tiegel abgefüllt werden. Durch den recht hohen Alkoholgehalt sollte sich das Gel um die zweite Monate lang halten.

Da das Gel schnell angerührt ist, wenn die Tinktur erst einmal fertig ist, macht es aber Sinn, lieber eine kleine Menge Venengel herzustellen und nach dem Aufbrauchen eine frische Portion zuzubereiten.

Und ein letzter Tipp zum Schluss: Wer seinem Venengel einen schönen Duft verleihen und die belebende Wirkung noch verstärken will, kann vor dem Abfüllen ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzufügen. Zypressen-, Steinklee-, Zitronen- oder Minzöl beispielsweise eignen sich sehr gut.

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Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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