10 Mythen übers Zähneputzen, Teil 1

10 Mythen übers Zähneputzen, Teil 1

Eine vernünftige Mundhygiene trägt einen wichtigen Beitrag zu einem strahlenden Lächeln und einer guten Zahngesundheit bei. Dass die Zähne regelmäßig geputzt werden müssen, steht deshalb außer Frage. Allerdings kursieren viele Halbwahrheiten über die richtige Zahnpflege und einige Irrtümer halten sich hartnäckig.

10 Mythen übers Zähneputzen, Teil 1

In einem zweiteiligen Ratgeber räumen wir deshalb mit zehn weit verbreiteten Mythen übers Zähneputzen auf:

Mythos Nr. 1: Die Zähne kann man gar nicht oft genug putzen.

Schon kleine Kinder lernen, dass es sehr wichtig ist, sich immer ordentlich die Zähne zu putzen. Und bei dieser Gelegenheit folgt oft auch gleich der Hinweis, dass man gar nicht oft genug Zähne putzen kann. Doch das ist ein Irrtum!

Wer ständig mit der Zahnbürste zugange ist, schrubbt mit der Zeit den Zahnschmelz weg. Damit schadet er seinen Zähnen. Es genügt völlig, die Zähne zweimal pro Tag gründlich zu putzen.

Wer in Sachen Putztechnik unsicher ist, fragt am besten seinen Zahnarzt. Er kann zeigen und erklären, wie es richtig geht und worauf es ankommt.

Mythos Nr. 2: Damit die Zähne richtig sauber werden, müssen sie kräftig geschrubbt werden.

Die Zahnbürste mit ordentlich Druck heftig hin- und herzubewegen, ist eine ziemlich schlechte Idee. Denn wildes Schrubben kann das Zahnfleisch verletzen und die Zahnoberflächen abnutzen. Sauberer werden die Zähne dadurch auch nicht.

Sind dazu noch eine Zahnbürste mit langen, harten Borsten und eine Zahnpasta mit einem hohen Anteil an Schleifpartikelchen im Spiel, ist der negative Effekt noch größer.

Für ein gutes Putzergebnis sollte die Zahnbürste in kreisenden Bewegungen und mit sanftem Druck über die Zähne wandern. Bleibt aber die Frage, wann der Druck richtig und was zu fest ist.

Experten empfehlen einen Putzdruck von ungefähr 150 Gramm. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer durchschnittlich großen Orange.

Wer den optimalen Druck herausfinden will, kann sich mit einer Küchenwaage behelfen. Dafür einfach mit der Zahnbürste auf die Waage drücken, bis sie 150 Gramm anzeigt.

Mythos Nr. 3: Immer von Rot nach Weiß putzen.

Die Putztechnik, die vermutlich die meisten gelernt haben, besagt, dass immer vom roten Zahnfleisch zur weißen Zahnkrone hin geputzt werden soll. Und bei Kindern hat diese Methode auch durchaus ihren Sinn.

Auf diese Weise lässt sich nämlich vermeiden, dass das Zahnfleisch beim Zähneputzen verletzt wird und dass Keime in den kleinen Spalt zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch geschoben werden.

Der große Nachteil an dieser Technik ist aber, dass dabei der Bereich unter dem Zahnfleischrand kaum erreicht wird. Doch ausgerechnet hier sitzen sehr viele Bakterien.

Deshalb raten Experten inzwischen zu einer anderen Putz-Methode: Die Zahnbürste wird in einem Winkel von 45 Grad direkt am Zahnfleischrand angesetzt. Anschließend wird mit kleinen, kreisenden Bewegungen von hinten nach vorne geputzt.

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Zum Schluss sind die Kauflächen an der Reihe. Durch diese Technik lässt sich der Zahnbelag am besten entfernen und die Bakterien haben es schwerer, die Zähne anzugreifen.

Mythos Nr. 4: Nach dem Essen das Zähneputzen nicht vergessen.

Grundsätzlich ist es gar nicht falsch, dass die Zähne zum Beispiel nach dem Abendessen und somit vor dem Zubettgehen geputzt werden sollten. Allerdings sollte zwischen der Mahlzeit und dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde vergehen.

Der Grund dafür ist, dass sich beim Essen der pH-Wert im Mund verändert. Das Milieu wird sauer und der Zahnschmelz etwas weicher. Dieser Vorgang ist die sogenannte Entmineralisierung.

Etwa eine halbe Stunde später setzt dann ganz automatisch die Remineralisierung ein. Dabei reparieren die Mineralien im Speichel kleine Beschädigungen. Auch der Zahnschmelz kehrt zu seiner normalen Härte zurück.

Wer zu schnell zur Zahnbürste greift, schrubbt auf den Stellen herum, die noch nicht repariert sind. Der Schaden ist dann viel größer als der Nutzen. Wichtig ist deshalb, nach dem Essen erst einmal abzuwarten und die Stoffe im Mund ihre Arbeit machen zu lassen.

Mythos Nr. 5: Elektrische Zahnbürsten putzen besser und gründlicher.

Wie gut die Zähne geputzt werden, hängt in erster Linie von der Putztechnik ab. Wer die Methode richtig beherrscht und anwendet, kann seine Zähne mit einer einfachen Handzahnbürste genauso gut pflegen wie mit einer elektrischen Zahnbürste.

Der Vorteil von Elektrobürsten liegt darin, dass sie eine bestimmte Technik vorgeben und dadurch die Handhabung vereinfachen. So werden zum Beispiel meist der optimale Druck und auch die Putzdauer angezeigt. Außerdem lassen sich Kinder durch das bunte Gerät mitunter etwas leichter zum Zähneputzen motivieren.

Doch eine Garantie für eine gute Mundhygiene ist eine elektrische Zahnbürste nicht. Denn wer sich nicht an die Bedienungsanleitung hält, die Anzeigen auf der Bürste ignoriert oder nachlässig putzt, erzielt trotz Elektrogerät keine besseren Ergebnisse.

Bei sehr empfindlichen Zähnen oder Kieferproblemen kann das Putzen mit der vibrierenden Elektrozahnbürste sogar unangenehm sein.

Bei beiden Varianten ist zudem der richtige Bürstenkopf wichtig. Dieser sollte klein sein und entweder weiche und gerade oder mittelharte und abgerundete Borsten haben.

Spätestens alle zwei Monate sollte die Zahnbürste oder der Bürstenkopf ausgetauscht werden. Das gilt auch dann, wenn die Bürste noch gut aussieht. Stehen irgendwelche Borsten ab, wird es natürlich früher Zeit für einen Wechsel.

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Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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