Wimpernextensions, permanentes Make-up & Co.: Wie gefährlich sind kosmetische Eingriffe am Auge?

Wimpernextensions, permanentes Make-up & Co.: Wie gefährlich sind kosmetische Eingriffe am Auge?

Lange und dichte Wimpern sind ein Schönheitsideal. Doch längst nicht jeder ist von Natur aus mit so einem sinnlichen und verführerischen Augenaufschlag gesegnet. Kein Wunder also, dass viele mit künstlichen Wimpern oder Wimpernextensions ein bisschen nachhelfen. Allerdings sind kosmetische Eingriffe am Auge, zu denen auch Permanent-Make-up gehört, nicht ganz ungefährlich.

Wimpernextensions, permanentes Make-up & Co. Wie gefährlich sind kosmetische Eingriffe am Auge

Ob für den Alltag oder nur zu einem besonderen Anlass: Sich für einen langanhaltenden oder dauerhaften kosmetischen Eingriff im Gesicht zu entscheiden, ist keine Seltenheit.

Bei einer Wimpernverlängerung kannst du im Normalfall auf die Wimperntusche verzichten und mit einem tätowierten Lidstrich musst du dir über Kajal oder Eyeliner keine Gedanken mehr machen.

Solche und andere Schönheitsbehandlungen können aber zu Komplikationen führen.

Doch wie gefährlich sind kosmetische Eingriffe am Auge wirklich? Und worauf solltest du achten?

Entzündungen und Ekzeme wegen Wimpernextensions

Deine natürlichen Wimpern kannst du entweder mit künstlichen Wimpern oder mit langanhaltenden Extensions verlängern und verdichten.

Bei künstlichen Wimpern werden mit einem speziellen Klebstoff Wimpernkränze an den Lidrand geklebt. Die Kränze bestehen aus synthetischen, menschlichen oder tierischen Haaren und halten üblicherweise einige Stunden lang.

Eine dauerhaftere Lösung sind Wimpernextensions. Dafür werden einzelne Haare oder kleine Haarbüschel mit einem stärkeren Kleber an einzelnen Wimpern befestigt. Erst wenn die jeweilige Wimper ausfällt, löst sich mit ihr auch die daran angeklebte Verlängerung.

Beide Varianten können aber das Auge reizen.

Zu den häufigsten akuten Problemen, die augenärztlich behandelt werden müssen, gehört das allergische Kontaktekzem. Es entsteht am Lidrand und wird meistens durch den verwendeten Klebstoff ausgelöst.

Eine weitere Problematik kann sein, dass sich der Lidrand und die Bindehaut entzünden.

Langfristig können künstliche Wimpern und Wimpernverlängerungen dazu führen, dass die Wimpernbasis verkalkt oder die eigenen Wimpern verloren gehen, weil der Haarschaft verletzt wird.

Problematisch kann es außerdem werden, wenn eine Augenoperation notwendig ist.

Setzt der Augenarzt bei kleineren Eingriffen Hitze ein, um eine Blutung zu stillen, und wurden die künstlichen Wimpern vorher nicht entfernt, können sie nämlich verbrennen.

Verschiedene Problematiken bei tätowierten Lidstrichen

Wie bei Tätowierungen an anderen Körperstellen wird bei einem permanenten Lidstrich Tinte mit einer feinen Nadel unter die Haut gebracht. Ein dünner Strich zwischen den Wimpern lässt deinen Wimpernkranz optisch dichter aussehen.

Mit einer breiteren Linie entlang des Augenlids kannst du einen Look erzeugen, der aussieht, als hättest du dein Auge mit Kajal oder Eyeliner geschminkt.

Der permanente Lidstrich muss in aller Regel nach ein paar Monaten aufgefrischt werden. Komplett entfernen lässt er sich hingegen nur mit dem Laser.

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Rötungen und Schwellungen, die wie bei jedem Tattoo auftreten können, klingen normalerweise nach wenigen Tagen von selbst ab. Allerdings kann es auch passieren, dass allergische Reaktionen in Form von Ekzemen oder langwierige Entzündungen auftreten.

Mangelt es in dem Studio an Hygiene, sind außerdem Infektionen mit Bakterien und Viren, die ernsthafte Erkrankungen auslösen, nicht ausgeschlossen.

Am Lidrand befinden sich Talgdrüsen, die für den öligen Tränenfilm zuständig sind. Langfristig kann ein Lidstrich-Tattoo diese Talgdrüsen schädigen und dadurch trockene Augen hervorrufen. Hast du Schuppenflechte oder Neurodermitis, kann ein Tattoo das Krankheitsbild verschlechtern.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Anbieter von permanentem Make-up keine Ausbildung als Kosmetiker/-in oder Stylist/-in brauchen. Stattdessen reicht es aus, einen Kurs zu belegen.

So eine Schulung dauert oft nur wenige Tage und endet mit einem Zertifikat als offizielle Bestätigung für die Qualifikation. Bei der Auswahl eines Studios solltest du dich deshalb nach der Ausbildung und der Erfahrung erkundigen.

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Gefährliche kosmetische Eingriffe am Auge

Es gibt kosmetische Eingriffe, die noch wesentlich gefährlicher sind als Wimpernextensions oder tätowierte Lidstriche. Dazu zählen Tätowierungen des Augapfels.

Die Pigmente in Tattoo-Tinten enthalten Bestandteile, die potenziell giftig sind. Im schlimmsten Fall kann eine Tätowierung des Augapfels deshalb so schwere Verletzungen hervorrufen, dass das Auge nicht mehr zu retten ist.

Nicht weniger gefährlich ist eine Keratopigmentierung, durch die die Augenfarbe verändert wird. Dazu klappt ein Chirurg die vordere Schicht der Hornhaut um und bringt in die Mittelschicht der Hornhaut rund um die Pupille herum Farbpigmente ein.

Doch mit der Zeit können sich die Pigmente verschieben. Außerdem können verschiedene Komplikationen auftreten.

Dazu gehört, dass die Lichtempfindlichkeit gestört ist, Kontraste nicht mehr richtig wahrgenommen werden, Endothelzellen der Hornhaut verloren gehen, die Augen austrocknen, sich Gefäße bilden oder die Hornhaut aussackt.

Ein Eingriff, der bisher vor allem in den USA verbreitet ist, ist die sogenannte I-Bride-Prozedur. Sie wird angewendet, wenn der Augapfel verfärbt ist, weil er zum Beispiel zu lange der Sonne ausgesetzt war.

Bei dem Eingriff entfernt der Chirurg die äußerste Schicht des Augapfels und zwingt sie so dazu, sich neu zu bilden. Weil das ohne die Verfärbung erfolgt, sieht der Augapfel wieder weißer aus.

Doch das Risiko bei diesem Eingriff ist extrem hoch. Geschwüre an der Horn- und Bindehaut, eine ausgedünnte Lederhaut und beschädigte Augenmuskeln sind mögliche Komplikationen.

Im Zweifel zum Augenarzt

Doch es sind nicht nur dauerhafte Behandlungen, die Probleme machen können.

Auch Tropfen, die deine Augen kurzfristig aufhellen, Kontaktlinsen, die deine Augenfarbe verändern, oder Seren, die das Wachstum der Wimpern anregen sollen, können den Augen schaden.

Aus diesem Grund gilt: Wenn nach einer Behandlung oder Anwendung deine Augen oder deine Augenlider gerötet sind, Schmerzen auftreten oder dein Sehvermögen beeinträchtigt ist und diese Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage abklingen, solltest du dich unbedingt an einen Augenarzt wenden.

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Sabine Scheuerhagen, - Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, - Drogistin, Laura Bochte, - Beauty- und Wellnessfachkraft, Youtuberin Sevilart - Anteil Kosmetikvideos, Christian & Ferya Gülcan, Kosmetik Hersteller & Vetrieb - Koozal Naturkosmetik, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Körperpflege, Gesundheitsthemen und Wellness.

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