Panische Angst vorm Zahnarzt – und was dagegen hilft, 1. Teil

Panische Angst vorm Zahnarzt – und was dagegen hilft, 1. Teil

Auf dem Behandlungsstuhl liegen, während der Arzt mit irgendwelchen Geräten im weit geöffneten Mund hantiert: Kaum jemand geht wirklich gerne zum Zahnarzt. Trotzdem wissen die meisten, dass regelmäßige Kontrollen der Zähne einfach sein müssen. Aber was ist, wenn jemand panische Angst vorm Zahnarzt hat? Und was hilft dagegen?

Was im allgemeinen Sprachgebrauch als Angst vorm Zahnarzt oder Zahnarztangst bezeichnet wird, heißt im Fachjargon Dentalphobie. Dentalphobie wiederum bedeutet übersetzt soviel wie krankhafte Angst vor einer Zahnbehandlung.

Denn Betroffene haben keine Angst vor dem Zahnarzt als Person, sondern vielmehr vor der zahnärztlichen Behandlung. Und die Angstgefühle beschränken sich nicht darauf, dass der Zahnarzt Bohrer, Spritze und andere Geräte einsetzen oder dass die Behandlung schmerzhaft sein könnte. Vielmehr kommt zum einen das Gefühl von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein während der Behandlung dazu.

Zum anderen schämen sich Betroffene für ihre Zähne und für ihre panische Angst. Doch wie können Betroffene ihre Dentalphobie überwinden? In einem zweiteiligen Beitrag erklären wir, was es mit der panischen Angst vorm Zahnarzt auf sich hat. Und wir geben Tipps, wie Betroffene ihre Angst überwinden können.

Hier ist Teil 1!:

 

Die Angst vorm Zahnarzt ist weit verbreitet

Weiße und gesunde Zähne gehören zu einem gepflegten Erscheinungsbild einfach dazu. Wer schwarze und kaputte oder kaum noch Zähne hat, wird schief angeguckt. Trotzdem gehört der Zahnarztbesuch sicherlich nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen.

Dabei sind ein Unbehagen und sogar eine gewisse Angst vorm Zahnarzt zunächst einmal ganz normal. Niemand findet die Vorstellung, auf dem Behandlungsstuhl zu liegen und seinen Mund weit zu öffnen, damit der Zahnarzt darin irgendwelche, womöglich auch noch richtig schmerzhaften Behandlungsmaßnahmen durchführen kann, wirklich berauschend.

Eine Umfrage hat gezeigt, dass vor allem Wurzelbehandlungen große Angst machen. Aber auch vorm Zähneziehen und vorm Bohren haben viele Patienten große Angst. Eine andere Umfrage hat ergeben, dass 19 Prozent der Befragten generell bei jedem Zahnarztbesuch Angst haben, während sich 25 Prozent nur fürchten, wenn ein größerer Eingriff auf dem Programm steht.

Betroffene geraten in einen Teufelskreis

Ein mulmiges Gefühl vor dem Zahnarztbesuch ist die eine Sache. Denn trotz der mehr oder weniger großen Angstgefühle bringt der Patient den Termin hinter sich. Eine Dentalphobie geht deutlich weiter.

Hier löst allein der Gedanke an eine zahnärztliche Behandlung, an das Surren des Bohrers, an den Anblick des Behandlungsstuhls und an den typischen Geruch im Behandlungszimmer Panikattacken aus. Herzrasen, Schweißausbrüche und Zittern sind typische Symptome, die sich breitmachen.

Schon der Griff zum Telefonhörer, um einen Termin zu vereinbaren, wird zur unüberwindbaren Hürde. Damit beginnt jedoch ein Teufelskreis. Denn fast alle Betroffenen gehen in ein Vermeidungsverhalten über. Sie gehen nicht zum Zahnarzt, bis irgendwann so starke Zahnschmerzen auftreten, dass diese unerträglich sind. Doch je stärker die Zahnschmerzen sind, desto größer wird auch die Angst vor der anstehenden Behandlung.

Dazu kommt, dass sich viele Betroffenen für ihre schlechten Zähne schämen. Das wiederum führt zu noch mehr Angst, weil der Zahnarzt schimpfen, entsetzt den Kopf schütteln oder sich abfällig äußern könnte. Im Alltag vermeiden es die Betroffenen, zu lächeln oder zu lachen, weil andere sehen könnten, wie kaputt ihre Zähne sind. Immerhin sind weiße und gesunde Zähne fester Bestandteil eines gepflegten Erscheinungsbildes.

Viele Betroffene ziehen sich deshalb immer weiter zurück. Depressionen und ein Missbrauch von Schmerzmitteln sind häufige Folgen einer ausgeprägten Dentalphobie und auch andere körperliche Erkrankungen, deren Ursache die kranken Zähne sind, können auftreten.

 

Die Dentalphobie kann verschiedene Ursachen haben

Die Ursachen für eine Dentalphobie können sehr unterschiedlich sein. Meistens sind negative Erfahrungen und traumatische Erlebnisse aber die Auslöser. Eine schmerzhafte Zahnbehandlung, schlechte Erinnerungen aus der Kindheit, Berichte über unangenehme Zahnarztbesuche von Personen aus dem Umfeld oder negative Bilder und Vorstellungen, die sich die Betroffenen selbst einreden oder unbewusst von ihren Eltern übernommen haben, spielen oft eine Rolle. Manchmal kommen zur Dentalphobie auch noch weitere Phobien dazu, beispielsweise die Angst vor Spritzen.

Dass insbesondere im Bereich der Zahnmedizin verstärkt Ängste auftreten, hat mehrere Gründe:

  • Der Mund ist ein sehr intimer Bereich des Körpers. Und es ist nicht angenehm, eine fremde Person so nahe an sich heranzulassen. Vor allem dann nicht, wenn diese Person mit ungewohnten Gegenständen in diesen Intimbereich eindringt.
  • Bei einer zahnmedizinischen Behandlung liegt der Patient auf dem Stuhl, während der Zahnarzt und eventuell ein Assistent über den Patient gebeugt sind. Der Patient sieht nicht genau, was der Zahnarzt macht. In seiner Position ist er dem Zahnarzt ausgeliefert und kann nur bedingt eingreifen.
  • Die Zähne und ihre Nerven liegen nah am Gehirn. Beschwerden nehmen nicht den längeren Weg über das Rückenmark, sondern werden auf direktem Wege als akute Schmerzen ans Schmerzzentrum im Gehirn gemeldet.
  • Die Angst vorm Zahnarzt und vor Zahnkrankheiten hat eine lange Tradition. Seit jeher kursieren Horrorbilder, die sich in den Köpfen festgesetzt haben.

Die panische Angst vorm Zahnarzt lässt sich überwinden

Die gute Nachricht ist: Eine Dentalphobie lässt sich gut in den Griff kriegen. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Hilfeangeboten, auf die Betroffene zurückgreifen können.

Die Palette reicht von Entspannungstechniken über Hypnoseverfahren bis hin zu Verhaltenstherapien. Auch Medikamente können Abhilfe schaffen. Doch soweit muss es gar nicht immer gehen. Natürlich wird jemand, der panische Angst vorm Zahnarzt hat und seit Jahren unter diesem Zustand leidet, nicht von heute auf morgen alle Ängste über Bord werfen und entspannt in die Zahnpraxis spazieren. Und ein gewisses Unbehangen wird wahrscheinlich immer bleiben. Allerdings in einem gesunden, normalen Maß.

Gleich große Geschütze wie Therapien aufzufahren, ist jedoch nur selten notwendig. Wenn der Betroffene Schritt für Schritt vorgeht, wird er seine Zahnarztangst nach und nach überwinden. Der erste und wichtigste Schritt dabei ist, den richtigen Zahnarzt auszuwählen.

Mittlerweile gibt es sehr viele Zahnärzte, die sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert haben. Sie wissen, wie sie Angstpatienten die Angst nehmen können und gehen besonders einfühlsam mit ihnen um. Doch wie findet der Betroffene den richtigen Zahnarzt? Und wie geht der Zahnarzt vor, wenn er einen Angstpatienten behandelt?

Diese Fragen beantworten wir im 2. Teil dieses Beitrags!

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Veröffentlicht von

Redakteure

Sabine Scheuerhagen, 52 Jahre, Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, 38 Jahre, Drogistin und Laura Bochte, 35 Jahre Beauty- und Wellnessfachkraft, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Gesundheit und Wellness.

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