Babassuöl für die Haut- und Haarpflege

Babassuöl für die Haut- und Haarpflege

Olivenöl, Jojobaöl oder Mandelöl dürften die meisten kennen. Auch Kokosöl ist vielen sicher ein Begriff. Ein Öl wiederum, das weniger bekannt ist, ist Babassuöl. Welche Eigenschaften dieses Pflanzenöl auszeichnen und wie es für die Haut- und Haarpflege eingesetzt werden kann, zeigen wir in diesem Beitrag!

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Babassuöl für die Haut- und Haarpflege

Wie wird Babassuöl gewonnen?

Lieferant des Öls ist die Babassupalme. Sie ist in Südamerika beheimatet und wird bis zu zwanzig Meter hoch. An der Palme wachsen zehn bis zwölf Zentimeter lange Früchte und die Samen der Früchte bestehen zu ungefähr 60 bis 70 Prozent aus dem Öl.

Um das Öl zu gewinnen, können entweder die Samen kalt gepresst oder ausgekocht und das Öl anschließend abgeschöpft werden. Nicht-raffiniert ist das naturbelassene Fett gelblich-weiß und hat einen leicht nussigen Geruch. In raffinierter Form ist das Fett weiß und geruchslos.

Welche Eigenschaften hat Babassuöl?

Das Fettsäureprofil von Babassuöl ähnelt dem von Kokosöl, weshalb beide Öle ähnlich verwendet werden können. Babassuöl enthält über 80 Prozent gesättigte Fettsäuren. Darunter sind Laurin- und Myristinsäuren, die eine antimikrobielle Wirkung haben.

Dazu kommt Palmitinsäure, die die Haut beruhigt. Capryl- und Caprinsäure wiederum sorgen dafür, dass das Öl eine hohe Spreitfähigkeit hat und sich deshalb sehr gut auf der Haut verteilen lässt.

Babassuöl schmilzt bei einer Temperatur zwischen 21 und 26 Grad Celsius. Dadurch wird es flüssig, sobald es mit der Haut in Berührung kommt. Ein Tiegel mit dem Öl ist nach dem Öffnen ungefähr anderthalb Jahre haltbar.

Wie kann Babassuöl für die Hautpflege genutzt werden?

Pur eignet sich Babassuöl vor allem für trockene Haut. Je nachdem, welcher Effekt erzielt werden soll, kann das Öl auch mit geeigneten ätherischen Ölen angereichert werden.

Daneben wird Babassuöl verwendet, um Seifen und Massageöle herzustellen. In Rezepten mit Ölen, Buttern und anderen Fetten, die niedrig spreiten, kann Babassuöl hinzugefügt werden, damit sich das Pflegeprodukt einfacher auftragen und besser auf der Haut verteilen lässt.

Weil Babassuöl reich an Laurinsäure ist und sie antimikrobiell wirkt, kann das Öl auch für Produkte genutzt werden, die für fettige oder unreine Haut bestimmt sind. Der kühlende Effekt wiederum macht das Öl zu einer geeigneten Zutat, wenn die Haut zu Neurodermitis neigt.

Rezept für eine reichhaltige Körperbutter

Eine Körperbutter, die die Haut mit vielen wertvollen Nährstoffen versorgt und herrlich geschmeidig macht, lässt sich aus folgenden Zutaten herstellen:

  • 60 Gramm Babassuöl

  • 70 Gramm Sheabutter

  • 30 Gramm Avocadoöl

  • 2 Gramm Vitamin E

Zunächst das Babassuöl und die Sheabutter in ein Gefäß geben. Anschließend im Wasserbad bei mittlerer Temperatur erwärmen, bis beide Zutaten flüssig sind. Dann das Gefäß aus dem Wasserbad nehmen, das Avocadoöl hinzufügen und gründlich vermischen.

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Wer möchte, kann ein paar Tropfen eines ätherischen Öls hinzufügen. Zum Schluss das Vitamin E hineinrühren. Es sorgt dafür, dass die Körperbutter länger haltbar bleibt. Dann die Körperbutter in einen sauberen Tiegel einfüllen.

Wie lässt sich Babassuöl für die Haarpflege einsetzen?

Weil Babassuöl leicht schäumt, wird es gerne in selbstgemachten Shampoos und Haarseifen verarbeitet. Ähnlich wie Kokosöl kann Babassuöl außerdem pur in den Haarspitzen verteilt werden, um trockene Spitzen zu pflegen.

Besonders trockenem, sprödem und strapaziertem Haar kommen die regenerativen Eigenschaften des Öls zugute. Dafür kann das Öl als Haarkur aufgetragen und über Nacht angewendet werden.

Rezept für eine Ölkur

Eine Haarkur, die über Nacht einwirkt, kann aus purem Babassuöl bestehen. Wer möchte, kann das Öl aber auch mit Aloe-Vera-Gel mischen. Dadurch erhält das Haar noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe, während die Haarkur etwas leichter wird.

Für die Anwendung vor dem Schlafengehen ungefähr zwei Teelöffel Babassuöl in die Haarlängen geben und gut verteilen. Wer Aloe-Vera-Gel verwendet, nimmt beide Zutaten zu gleichen Teilen.

Die Haarkur nur in den Längen oder Spitzen verteilen, die Kopfhaut aussparen. Anschließend die Haare in eine Duschhaube packen und am besten noch ein Handtuch darüber wickeln, um das Kopfkissen zu schützen.

Am nächsten Morgen die Haare gründlich ausspülen. Ist das Haar sehr trocken, kann die Haarkur ein- bis zweimal pro Woche angewendet werden. Ansonsten sollte eine Anwendung pro Monat ausreichen.

Wie sieht es bei Babassuöl mit der Nachhaltigkeit aus?

Traditionell werden alle Teile der Babassupalme verarbeitet. So werden mit den Stämmen und den Blättern Häuser gebaut, während die Pflanzenfasern zur Herstellung verschiedenster Gegenstände dienen.

Die Früchte und auch das Öl wiederum sind Nahrungsmittel für Menschen und Tiere. Die Babassupalme wird also nicht nur angebaut, um dann in Kosmetikprodukten zu landen.

Trotzdem lässt sich nicht schönreden, dass der Import über eine sehr weite Strecke erfolgt und die CO2-Emissionen deshalb entsprechend hoch sind. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er solche exotischen Produkte verwenden will oder nicht.

Regionale Alternativen gibt es leider nicht. Denn kein heimisches Öl hat ein vergleichbares Fettsäureprofil, das die besonderen antimikrobiellen Eigenschaften von Babassuöl aufweist.

Geht es hingegen nur um die Konsistenz, kann Babassuöl beim Anrühren von Cremes und anderen Produkten durch heimisches Bienenwachs ersetzt werden.

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Sabine Scheuerhagen, - Inhaberin eines Beauty- Salons, Karina Michewski, - Drogistin, Laura Bochte, - Beauty- und Wellnessfachkraft, Youtuberin Sevilart - Anteil Kosmetikvideos, Christian & Ferya Gülcan, Kosmetik Hersteller & Vetrieb - Koozal Naturkosmetik, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Kosmetik, Körperpflege, Gesundheitsthemen und Wellness.

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