Tipps zu UV-Schutz-Kleidung

Tipps zu UV-Schutz-Kleidung

 

Die Zahlen sind alarmierend: Jahr für Jahr wird bei rund 140.000 Personen in Deutschland Hautkrebs diagnostiziert. Und die Anzahl der Neuerkrankungen scheint kontinuierlich zu steigen. Zu den Hauptursachen gehören zu ausgiebige Sonnenbäder, bei denen die Haut zu lange ungeschützt den gefährlichen UV-Strahlen ausgesetzt war.

Das Fatale an der Geschichte ist, dass ein sonnengebräunter Teint nach wie vor zu den Schönheitsidealen gehört. Wer schön braun ist, sieht attraktiv und erholt aus. Die Optik erinnert an Sommer und Urlaub. Im Unterschied dazu sieht eine sehr helle Hautfarbe nicht so ansprechend aus und wer sehr blass ist, wirkt mitunter irgendwie ungesund.

Um die sommerliche Bräune zu erreichen, legen sich viele stundenlang in die Sonne und nehmen dabei auch den einen oder anderen Sonnenbrand in Kauf. Neben einer vorzeitig gealterten Haut und Falten kann genau das aber irgendwann zum Hautkrebs führen. Natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, die Sonne zu genießen.

Zumal der menschliche Körper die Sonne unbedingt braucht. Zuviel Sonne ist aber schädlich und deshalb ist die Haut auf Schutz angewiesen. Eine Möglichkeit hierfür ist UV-Schutz-Kleidung. Doch wie effektiv sind solche Kleidungsstücke? Und worauf gilt es zu achten?

 

Hier ein Ratgeber mit Tipps zu UV-Schutz-Kleidung!:

 

Die Varianten von UV-Schutz-Kleidung

Um die Haut vor zuviel Sonne und schädlichen Strahlen zu schützen, gibt es im Wesentlichen drei Maßnahmen, nämlich

  1. vor allem die aggressive Sonne zur Mittagszeit zu meiden und generell nicht zu lange in der Sonne zu liegen,
  2. die Haut mit geeigneter Kleidung abzudecken und
  3. ein Sonnenschutzmittel in Form von einer Creme, einer Lotion oder einem Spray aufzutragen.

Insgesamt bietet Kleidung einen besseren Schutz als eine Sonnencreme. Aber das eine kann das andere nicht ersetzen, denn ein paar Körperstellen sind der Sonne trotz Kleidung ausgesetzt. Diese Körperstellen, zu denen hauptsächlich das Gesicht, die Halspartie, die Hände und oft die Füße gehören, sollten mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt werden.

Was die Kleidung angeht, so erfüllt grundsätzlich jedes Kleidungsstück eine Schutzfunktion. Dabei werden die Strahlen umso effektiver abgeschirmt, je dichter der Stoff gewebt ist.

Die dünnen und leichten Stoffe, aus denen Sommerklamotten üblicherweise bestehen, sind in Sachen UV-Strahlung oft zu durchlässig. Die Forschung hat außerdem herausgefunden, dass dunkle Farben und Gewebe aus Kunstfasern wie beispielsweise Polyesterstoffe eine deutlich bessere Schutzfunktion bieten als helle Farben und Stoffe aus Naturmaterialien wie Baumwolle.

Eine Extraportion Schutz verspricht spezielle UV-Schutzkleidung. Sie ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich.Teilweise werden die Kleidungsstücke aus besonders dicht gewebten Stoffen gefertigt. Die Gewebe bestehen aus Kunstfasern und sind in bestimmten Farben gehalten. Das Zusammenspiel aus Material, Webart und Farbe soll schädliche Sonnenstrahlen abblocken.

Daneben gibt es UV-Schutz-Kleidung, die mit chemischen Substanzen als UV-Schutzmittel ausgerüstet ist. Allerdings können sich die chemischen Zusätze im Laufe der Zeit auswaschen und damit geht auch die zusätzliche Schutzfunktion verloren. Eine dritte Variante ist UV-Schutz-Kleidung, bei der der UV-Schutz physikalisch hergestellt wird.

Dabei wird bei der Herstellung der Gewebe beispielsweise Titandioxid in kleinsten Partikeln direkt in die Gewebefasern eingebracht. Die Partikel verschmelzen dabei mit den Fasern und können sich deshalb nicht auswaschen. Gleichzeitig sind die Partikel so fest eingebunden, dass sie beim Tragen der Kleidung nicht an die Haut abgegeben werden.

 

Der Schutzfaktor bei UV-Schutz-Kleidung

Ähnlich wie bei Sonnencremes wird auch der Schutzfaktor von UV-Schutz-Kleidung mit dem Kürzel LSF für Lichtschutzfaktor und einer Zahl dahinter angegeben. Die Zahl sagt aus, um wie viel sich die Zeit verlängert, die ein Aufenthalt in der Sonne andauern kann.

So kann sich beispielsweise jemand, der eine mittlere Hautfarbe und dunkelblonde bis braune Haare hat, ohne Schutz ungefähr 20 Minuten lang in der Sonne aufhalten. Trägt er nun Kleidung mit dem UV-Schutzfaktor 15, verlängert sich die Zeit, die er seine Haut unbeschadet der Sonne aussetzen kann, um das 15fache.

Hier wären es also 20 Minuten x 15 = 300 Minuten. Hautärzte empfehlen aber, diese Zeitspanne nicht komplett, sondern höchstens zu zwei Dritteln auszunutzen. In unserem Beispiel wäre es also nach 200 Minuten und somit gut drei Stunden Zeit, ins Haus zu gehen oder sich zumindest einen Schattenplatz zu suchen.

Insgesamt stimmen die Angaben vom Lichtschutzfaktor bei UV-Schutz-Kleidung mit denen von Sonnenschutzcremes überein. Der Schutz, den Kleidung bietet, ist aber meist effektiver.

Dies liegt zum einen daran, dass eine Sonnencreme nur dann ihre volle Wirkung entfalten kann, wenn sie rechtzeitig vor dem Sonnenbad und in einer ausreichend dicken Schicht aufgetragen wird. Oft wird die Haut aber zu spät und zu dünn oder ungleichmäßig eingecremt. Bei UV-Schutz-Kleidung ergibt sich diese Problematik nicht, denn die Kleidung wird einfach angezogen und entfaltet ohne weiteres Zutun ihre Wirkung.

Zum anderen lässt die Wirkung von Sonnencreme nach, wenn die Haut mit beispielsweise Wasser oder Sand in Berührung kommt. Dadurch wird der Schutzfilm nämlich abgewaschen oder abgerieben. Die UV-Schutz-Kleidung hingegen bleibt am Körper.

 

Die Zertifikate bei UV-Schutz-Kleidung

UV-Schutz-Kleidung ist von vielen verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich. Der Preis sagt aber nicht unbedingt etwas über die Qualität aus.

Auch kostengünstige Kleidung kann einen effektiven UV-Schutz bieten, während die Schutzfunktion von teurer Kleidung weniger gut sein kann. Beim Kauf ist es deshalb besser, darauf zu achten, ob die UV-Schutz-Kleidung ein Zertifikat hat und wenn ja, um welches es sich dabei handelt.

 

Die gängigsten Zertifikate sind folgende:

  • Die Australisch-neuseeländische Norm ist am weitesten verbreitet. Nachteil an diesem Kennzeichen ist, dass die Kleidungsstücke nur im Neuzustand, also trocken und ungewaschen geprüft werden. Ob der angegebene UV-Schutzfaktor auch im Gebrauch erreicht wird, wird nicht getestet. Deshalb ist dieses Label nur bedingt aussagekräftig.

 

  • Der Europäische Standard bezieht sich, wie die australisch-neuseeländische Norm, auch nur auf ungetragene und trockene Kleidungsstücke. Allerdings erhalten nur solche Textilien das Zertifikat, die im neuen Zustand einen hohen UV-Schutzfaktor aufweisen. Außerdem müssen Oberteile bis an die Ellenbogen und Unterteile bis zu den Knien gehen und somit größere Hautpartien abdecken.

 

  • Der UV-Standard 801 liefert die zuverlässigsten Aussagen. Hier werden die Kleidungsstücke nämlich nicht nur im unbenutzten Zustand geprüft. Stattdessen wird auch getestet, wie der UV-Schutzfaktor unter realen Tragebedingungen ausfällt, also wenn die Textilien gewaschen, nass und gedehnt sind.

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