Infos und Tipps zum Schminken mit Camouflage

Infos und Tipps zum Schminken mit Camouflage

 

Wenn ein wichtiger Geschäftstermin, ein Rendezvous, eine Feierlichkeit oder ein anderes Ereignis ansteht, soll das Aussehen natürlich stimmen. Meistens verheißt aber ausgerechnet dann der Blick in den Spiegel nichts Gutes.

So prangt beispielsweise ein dicker Pickel mitten auf der Stirn, auf dem Dekollete sind rote Hektikflecken zu sehen oder unter den Augen zeichnen sich tiefdunkle Augenringe ab. Schnelle und effektive Abhilfe kann dann Camouflage schaffen. Das französische Wort Camouflage heißt übersetzt soviel wie Tarnung oder Täuschung. Im Kosmetikbereich werden Produkte mit einer sehr hohen Deckkraft als Camouflage bezeichnet.

Allerdings lässt Camouflage nicht nur kleine Makel verschwinden. Auch starke Hautverfärbungen, Narben oder Tätowierungen können mit Camouflage-Produkten weggezaubert werden. Deshalb wird Camouflage nicht nur im kosmetischen, sondern auch im medizinischen Bereich eingesetzt.

Außerdem kommt Camouflage bevorzugt zum Einsatz, wenn das Make-up möglichst lange halten soll. Damit das Ergebnis stimmt, braucht es allerdings ein wenig Übung. Camouflage-Produkte sind in der Handhabung nämlich anspruchsvoller als herkömmliche Kosmetika.

 

Die folgende Übersicht verrät die wichtigsten Infos und Tipps zum Schminken mit Camouflage:

 

Was ist das Besondere an Camouflage-Produkten?

Der wesentliche Unterschied zwischen normalen Kosmetik- und Camouflage-Produkten ist die Deckkraft. Während herkömmliche Kosmetika eine Pigmentdichte von höchstens 25 Prozent haben, kann der Pigmentanteil bei Camouflage-Produkten mehr als doppelt so hoch sein.

Camouflage-Produkte mit einer sehr hohen Deckkraft werden in erster Linie im medizinischen Bereich verwendet, denn sie können selbst starke Hautprobleme und deutliche Veränderungen der Haut optisch kaschieren. Für den kosmetischen Bereich wurden die sogenannten Camouflage Light-Produkte entwickelt.

Sie haben eine Pigmentdichte von bis zu 35 Prozent. Damit decken sie nicht ganz so stark wie medizinische Camouflage-Produkte, aber trotzdem stärker als herkömmliche Kosmetika.

Camouflage-Produkte sind wasserfest. Deshalb ist es möglich, Sport zu treiben und sogar in die Sauna zu gehen, ohne dass das Make-up verschwimmt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Camouflage-Produkte sehr gut auf der Haut haften. Anders als bei herkömmlicher Kosmetika muss ein Styling mit Camouflage nicht nachgeschminkt werden.

Deshalb arbeiten Visagisten beispielsweise bei Fotomodels oder Schauspielern gerne mit Camouflage. Aber auch bei Hochzeiten und anderen Anlässen, bei denen das Make-up den ganzen Tag über halten soll, wird gerne zu Camouflage gegriffen. Allerdings erfordert das Schminken mit Camouflage etwas Übung, denn wenn das Make-up falsch aufgetragen wird oder die Farben nicht richtig ausgewählt werden, wirkt das Ergebnis schnell wie eine Maske.

 

Welche Produkte gehören zur Grundausstattung bei Camouflage?

Wer sich mit Camouflage schminken möchte, sollte zu den kosmetischen Camouflage-Produkten greifen. Ihre Deckkraft reicht aus, um einen ebenmäßigen Teint zu erzielen und kleinere Makel abzudecken. Medizinische Camouflage-Produkte sind nur dann notwendig, wenn die Haut sehr ausgeprägte Verfärbungen oder Narben aufweist.

 

Zur Grundausstattung gehören folgende Produkte:

Camouflage Make-up hat eine cremeartige Konsistenz. Damit ein optimales Ergebnis erzielt werden kann, sollten die Cremes in vier verschiedenen Farbtönen vorhanden sein. Zu diesen Farbtönen gehört zum einen ein Farbton, der dem eigenen Hautton möglichst nahekommt. Außerdem sollte Camouflage Make-up in Grün, Gelb und Violett zur Verfügung stehen. Mit der grünen Creme werden Rötungen abgedeckt. Die gelbe Creme neutralisiert bläuliche bis violette Hautstellen und die violette Creme kaschiert gelbliche und grünliche Verfärbungen.

Camouflage Abdeckstifte werden eingesetzt, um gezielt einzelne Stellen abzudecken, beispielsweise Augenringe oder Pickel. Auch Abdeckstifte sollten in mehreren Farbtönen vorhanden sein, um die unterschiedlichen Verfärbungen und Makel optimal kaschieren zu können.

Camouflage Fixierpuder ist transparent und sorgt dafür, dass das Make-up haltbar und wasserfest wird. Wer kein Fixierpuder verwenden möchte, kann auch zu einem Fixierspray greifen.

Camouflage Reinigungslotion ist notwendig, um das Make-up wieder abnehmen zu können. Da Camouflage wasserfest ist, helfen Wasser und Seife nämlich nicht weiter.

Zum Auftragen der Produkte werden Spatel, Make-up-Schwämmchen und Puderpinsel verwendet. Der Preis sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität der Produkte aus. So gibt es auch im unteren Preissegment schon wirklich gute Camouflage-Produkte.

Wichtig ist aber, dass die Farben auf den Ton der eigenen Haut abgestimmt sind, denn sonst sieht das Make-up schnell künstlich aus. Deshalb ist ratsam, sich vor allem beim ersten Einkauf beraten zu lassen und die Farben bei Tageslicht auszuwählen. Im künstlichen Licht wirken die Farben oft anders.

 

Wie funktioniert das Schminken mit Camouflage?

Ein Make-up mit Camouflage-Produkten wird ein wenig anders aufgetragen als ein Make-up mit herkömmlichen Kosmetika. Die wichtigste Grundregel bei Camouflage lautet dabei, dass das Make-up in mehreren, sehr dünnen Schichten aufgelegt wird.

Es wird also zunächst eine hauchdünne Schicht aufgetragen. Sollte das Ergebnis dann noch nicht die gewünschte Wirkung erzielen, wird eine zweite, wieder nur hauchdünne Schicht aufgelegt.

 

Konkret entsteht ein Camouflage-Make-up in drei Schritten:

1. Zuerst muss die Haut gründlich gereinigt werden. Auf die gereinigte Haut wird dann eine Feuchtigkeitscreme aufgetragen. Eine fetthaltige Creme ist nicht geeignet, denn darauf würden die Camouflage-Produkte nicht gut haften.

2. Nun werden die Hautstellen überschminkt, die Makel oder Verfärbungen aufweisen. Dafür wird etwas Farbe aufgenommen, mit dem Spatel dünn verstrichen und anschließend mit dem Finger verteilt. Mit dem Finger deshalb, weil die Farbe durch die Körperwärme geschmeidiger wird und sich so leichter verteilen lässt.

Wichtig ist aber, wirklich nur eine hauchdünne Schicht aufzulegen. Sollten die Verfärbungen und Makel danach noch immer zu sehen sein, wird eine zweite, sehr feine Schicht darüber gelegt. Die überschminkten Hautstellen werden nun mit dem transparenten Fixierpuder fixiert. Dazu wird der Puder auf die Stellen aufgetragen. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird der überschüssige Puder mit dem Pinsel wieder abgenommen.

3. Jetzt folgt das eigentliche Make-up. Auch hier wird wieder nur eine sehr dünne Schicht aufgelegt. Zum Auftragen und Verteilen des Make-ups eignet sich ein Schwämmchen am besten. Ist das Make-up fertig und ein schöner, ebenmäßiger Teint entstanden, wird das Make-up mit einer Schicht Fixierpuder fixiert. Dadurch hält das Make-up und wird wasserfest. Der Fixierpuder wird mit einem großen Puderpinsel und recht großzügig aufgetragen. Überschüssiger Puder wird nach einer kurzen Einwirkzeit wieder entfernt.

Damit ist die Basis fertig. Um dem Gesicht wieder natürliche Konturen zu verteilen, werden die Wangen, die Stirn und die Kinnpartie mit Rouge geschminkt. Die Augen und die Lippen können wie gewohnt mit Lidschatten, Kajal, Wimperntusche und Lippenstift in Szene gesetzt werden.

 

Was ist medizinische Camouflage?

Die medizinische Camouflage ist dazu gedacht, stark beschädigte oder entstellte Hautpartien optisch zu kaschieren. Damit dies gelingt, wird im medizinischen Bereich mit Produkten gearbeitet, die durch ihre hohe Pigmentdichte eine sehr hohe Deckkraft haben.

Um Unebenheiten auszugleichen, stehen spezielle Spachtelmassen zur Verfügung. Der gekonnte Umgang mit medizinischen Camouflage-Produkten ist allerdings recht anspruchsvoll. Deshalb werden Betroffene in Hautarztpraxen oder entsprechenden Kosmetikstudios in drei bis fünf Sitzungen eingewiesen, wie sie die Produkte verwenden sollten, um in ihrem speziellen Fall ein natürliches Aussehen zu erzielen.

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