Grundwissen rund ums Parfum

Grundwissen rund ums Parfum

Von sportlich-frisch bis blumig, von herb bis süß und von sehr leicht bis schwer: Die Auswahl an Parfums ist riesig. Für viele gehört ein schöner Duft auch unbedingt zum täglichen Pflege- und Stylingprogramm mit dazu. So möchten sie nicht nur gut aussehen, sondern eben auch gut riechen.

Aber wie werden Parfums eigentlich hergestellt? Seit wann werden sie verwendet? Und was sollte bei der Auswahl eines neuen Parfums beachtet werden?

Hier ein wenig Grundwissen rund ums Parfum!:

Die Verwendung von Parfums

Parfums wurden schon in der Antike verwendet. So wussten bereits die alten Ägypter vor rund 5.000 Jahren die schönen Düfte zu schätzen, die beim Verbrennen von Hölzern, Pflanzen und Harzen entstanden. Sie verwendeten die Düfte bei religiösen Zeremonien und feierlichen Ritualen, außerdem wurde dem Sonnengott Ra mit verschiedenen Duftstoffen gehuldigt.

Aber auch duftende Cremes, Pomaden und Salben waren bei den Ägypterinnen sehr beliebt. Reiche Damen bevorzugten Kosmetikprodukte, die aus Anis, Zitrone oder Rosmarin hergestellt waren. Die kostengünstigere Variante war eine Mischung aus Rizinusöl und Minze oder Thymian. Auch im alten Rom parfümierten sich vor allem die Frauen, während die alten Griechen Düfte hauptsächlich zu medizinischen Zwecken einsetzten.

Sogar in der Bibel steht geschrieben, dass Moses Aromen verbrennen soll, um daraus ein Parfum herzustellen. Von dieser Herstellungsmethode leitet sich auch die Bezeichnung Parfum ab. Früher wurden die Duftstoffe nämlich verbrannt und stiegen dann als wohlriechende Duftwolken zu der jeweiligen Gottheit auf. Die Düfte entstanden also durch den Rauch, was auf lateinisch per fumum heißt. Nach dem Untergang des Römischen Reiches spielten die Hygiene und die Kosmetik in Europa lange Zeit keine nennenswerte Rolle mehr.

Düfte galten als moralisch fragwürdig, vor allem wenn ihnen eine betörende Wirkung nachgesagt wurde. Erst als sehr viel später neue Duftstoffe aus dem Orient nach Europa gelangten und die Seefahrer von ihren Entdeckungsreisen herrlich duftende Gewürze, Hölzer und Blumen mitbrachten, feierte das Parfum sein Comeback.

Es wurden neue Verfahren entwickelt, um Essenzen und Extrakte herzustellen, und Alchimisten und frühe Parfumeure stellten neue Duftkompositionen zusammen. Als im 14. Jahrhundert die Pest ausbrach, kam die Vermutung auf, dass sich die Menschen beim Waschen mit der Krankheit anstecken. Also erließen viele Städte Wasch- und Badeverbote. Um die fehlende Körperhygiene auszugleichen und unangenehme Körpergerüche zu überdecken, griffen die Menschen eifrig zu intensiven Parfums. Begünstigt wurde das starke Parfümieren aber auch dadurch, dass vielen Duftstoffen heilsame und krankheitslindernde Wirkungen zugeschrieben wurden. Erst im 19. Jahrhundert verloren Parfums ihre Bedeutung als medizinische Mittel.

Dies hing damit zusammen, dass Forscher und Wissenschaftler immer mehr Krankheitserreger als Ursachen von Erkrankungen ausmachen konnten. Da sich zwischenzeitlich auch die hygienischen Bedingungen deutlich verbessert hatten und die Menschen immer mehr Wert auf die Körperpflege legten, entwickelte sich das Parfum allmählich zum Luxusgut. Im 20. Jahrhundert gelang es schließlich, Duftstoffe synthetisch herzustellen. Damit waren der Duftvielfalt kaum noch Grenzen gesetzt. Nun waren es auch die großen Modemacher, die zusammen mit ihren Kollektionen neue Düfte auf den Markt brachten und so Trends setzten.

Die Herstellung von Parfums

Ein Parfum setzt sich aus verschiedenen Zutaten zusammen. Für den Duft sind natürlich vor allem die verwendeten Duftstoffe zuständig. Heute werden oft synthetisch hergestellte Duftstoffe eingesetzt, denn durch sie kann eine Duftnote kreiert werden, die es so in der Natur nicht gibt. Außerdem sind die Kosten von synthetischen Duftstoffen niedriger.

Es werden aber nach wie vor auch Duftstoffe aus natürlichen Rohstoffen gewonnen und dann in hochwertigen Parfums verarbeitet. Meistens werden Düfte aus natürlichen Rohstoffen mithilfe der Extraktion gewonnen. Dabei wird mit Lösungsmitteln wie Äther oder Butan gearbeitet, die den Rohstoffen ihre ätherischen Öle, Wachse und Farbstoffe entziehen.

Die Rohstoffe werden mehrere Male mit den Lösungsmitteln getränkt, bis die Lösungsmittel gesättigt sind. Dann werden sie destilliert und als Ergebnis bleibt eine Masse namens l‘essence concrète zurück. Diese Masse wird erneut gereinigt. Am Ende der Extraktion entsteht ein absolut reines Duftöl, das l‘essence absolue heißt. Eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Extraktion ist der Softact, der auch sanfte Extraktion genannt wird.

Bei diesem Verfahren werden keine Lösungsmittel verwendet, sondern verflüssigtes Kohlendioxid. Sanft ist diese Methode deshalb, weil keine hohen Temperaturen erforderlich sind. Dadurch werden die Duftaromen kaum verändert oder gar zerstört, außerdem können auch sehr empfindliche Rohstoffe verarbeitet werden.

Bei Duftstoffen, die überhaupt keine Hitze vertragen, wird die Expression angewendet. Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der die Rohstoffe im Prinzip ausgepresst und die austretenden Öle aufgefangen werden. Ein weiteres Verfahren bei der Duftherstellung ist die Destillation, bei der die Duftstoffe zusammen mit Wasser in einem Kessel erhitzt und die Öle später aus dem Wasser herausgefiltert werden. Außerdem gibt es noch die Enfleurage und die Mazeration.

Bei diesen Verfahren werden die Duftstoffe mithilfe von gereinigtem und geruchsfreiem Tierfett entzogen. Bei der Enfleurage bleibt das Tierfett kalt, bei der Mazeration wird es erhitzt. Wenn das Tierfett die Duftstoffe aufgenommen hat, wird es mit Alkohol ausgewaschen und gefiltert, so dass am Ende die sehr reinen Duftextrakte übrig bleiben.

3 Tipps bei der Auswahl eines Parfums

Die einen haben einmal ihren Lieblingsduft gefunden und bleiben ihm viele Jahre lang treu. Die anderen legen sich eine Auswahl an Düften zu und wechseln zwischen diesen Parfums hin und her. Wieder andere probieren gerne neue Düfte aus.

Manchmal erweitert sich eine Parfumsammlung aber auch durch Geschenke, denn Düfte gehören zu den echten und beliebten Geschenk-Klassikern. Nun ist es aber mitunter gar nicht so einfach, den richtigen Duft auszuwählen. Damit sich das Parfum am Ende nicht als großer Reinfall entpuppt, weil es plötzlich ganz anders riecht als noch im Geschäft, sollten die folgenden Tipps beachtet werden:

1. Nicht zu viele Düfte testen:

Eine untrainierte Nase ist nicht in der Lage, viele verschiedene Düfte auf einmal voneinander zu unterscheiden. Deshalb sollten nur vier, allerhöchstens fünf Parfums ausprobiert werden. Danach vermischen sich die Aromen und die Nase kann sie nicht mehr erkennen.

2. Sich Zeit nehmen:

Ein Parfum braucht Zeit, bis sich der Duft vollends entfaltet hat. Ein klassisches Parfum setzt sich aus der Kopf-, der Herz- und der Basisnote zusammen. Die Kopfnote ist der Duft, der im ersten Moment zu riechen ist und alle anderen Duftstoffe überlagert. Nach einer gewissen Zeit entfaltet sich die Herznote, die den Charakter des Parfums ausmacht. Zum Schluss macht sich die Basisnote bemerkbar. Sie bleibt am längsten erhalten und ist auch dann noch zu riechen, wenn der Duft allmählich verfliegt. Ein Parfum kann sich also verändern und nach einiger Zeit ganz anders riechen als im ersten Moment.

Den Eigengeruch bedenken:

Zunächst einmal ist es ratsam, ein Parfum auf neutralem Grund zu testen. In Parfümerien und Drogerieabteilungen stehen dafür meist kleine Pappkärtchen, die sogenannten Mouilettes, bereit. Als Alternative kann auch ein Papiertaschentuch gute Dienste erweisen.

Ist die Wahl auf einen Duft gefallen, sollte der Duft auf der eigenen Haut noch einmal getestet werden. Hintergrund hierfür ist, dass jeder Mensch anders riecht. Der Eigengeruch beeinflusst aber den Duft des Parfums. So kann es sein, dass ein Parfum auf der eigenen Haut ganz anders riecht als auf dem Pappkärtchen und wieder anders als an einer anderen Person.

Mehr Ratgeber, Anleitungen und Tipps:

Thema: Grundwissen rund ums Parfum

Kommentar verfassen